Fischereihof Hemmelsdorf

 

Hemmelsdorf und Fisch gehörten immer schon untrennbar zusammen. Schon seit Generationen schafft ein Besuch am Seeufer eine gelungene Verbindung von Erholung und Genuss. Heute präsentiert sich der sensibel in die ursprüngliche Seelandschaft eingefügte neue Fischereihof (Nachfolger der beliebten Aalkate und Fischräucherei Schierbaum) als ein wahrer Anziehungspunkt. Mit feinen Genüssen lockt das Fischrestaurant auf zwei Ebenen, wo man drinnen ebenso schlemmen kann, wie draußen auf dem Balkon oder auf der Terrasse mit Seeblick. Im Mittelpunkt stehen die historische Fischerkate und die gläserne Räucherei, Treffpunkt für alle Fischliebhaber, die das Räuchern in einem traditionsreichen Ofen fasziniert. Ein Holzsteg führt entlang der Gebäude ein Stück weit auf den See hinaus und wieder zurück zum Ufer-Steg, nicht nur als romantischer Spazierweg, sondern auch als Info-Point, als Fisch-Lehrpfad angelegt, vermittelt er einen hervorragenden Eindruck der Siedlungs- und Fischereigeschichte sowie des Lebensraums Binnensee und der Binnenfischerei.

Nachdem der Pachtvertrag auslief, entwickelte seit 2012 die Gemeinde Timmendorfer Strand dieses Konzept, um den gelungenen Fischereihof zu einer herausragenden Attraktion für den Ortsteil Hemmelsdorf werden zu lassen.

Der See selbst entstand nach der letzten Eiszeit. Hier befindet sich der tiefste Punkt Deutschlands - in 39,5 Metern Tiefe, markiert mit einer Boje.

Gerüchte und Abhandlungen, der See sei in früheren Zeiten Rückzugsgebiet der Wikinger (Stichwort: Reric) oder des umtriebigen „Störtebeker“ gewesen, ließen sich nicht „verifizieren“.

Bewiesen ist jedoch, dass er Napoleon I. als Kriegshafen dienen sollte. Dazu wurde er gründlich vermessen - die Pläne sind noch erhalten. Auch Gerüchte, die Strategen im Dritten Reich hätten Interesse an ihm gezeigt als U-Boot-Hafen, treffen so nicht zu. Allerdings gibt es im Archiv der Hansestadt Lübeck detaillierte Unterlagen vom 8. Juli 1940 darüber, den Niendorfer Hafen und den Hemmelsdorfer See zu einem „See- und Lufthafen der K.d.F.-Flotte der Ostsee“ (K.d.F. = Kraft durch Freude) zu entwickeln, mit Anlegestellen für die K.d.F.-Schiffe, mit Start-Flächen für Flugboote und für Landflugzeuge. Dazu sollte ein sogenannter „Hansa-Kanal“ den Hemmelsdorfer See und die Trave verbinden, Durchstich etwa gegenüber dem Lübecker Schellbruch.

Heute ist er ein Paradies für Angler, Segler und Spaziergänger. Man kann ihn bequem zu Fuß von Timmendorfer Strand aus erreichen und der „Hermann-Löns-Blick“ am Nordrand des Sees bietet von seiner Aussichtsplattform einen sensationellen Rundblick.