Timmendorfer Strand

 

Das schöne Ostseebad mit dem endlos langen Strand wird 1260 erstmals urkundlich erwähnt und geht auf das von slawischen Wenden gegründete Bauerndorf Klein Timmendorf zurück. Noch bis 1900 nannte sich der Badeort offiziell „Klein Timmendorferstrand“ und zählte gemeinsam mit Niendorf, Scharbeutz und Haffkrug zu den „Oldenburgischen Ostseebädern“. Zur Unterstützung der Badeorte richtete die Oldenburgische Regierung 1900 einen „Ostseebäderfond“ (Kurtaxe) ein und ließ 1924 in Timmendorfer Strand ein reetgedecktes Haus (heute: „Strohdachhaus“ im Zentrum) als Sitz der Staatlichen Kurverwaltung der Oldenburgischen Ostseebäder erbauen. Am 19. Juni 1945 erlangt die Gemeinde aufgrund einer Verordnung der Britischen Militärregierung die Selbständigkeit von Ratekau. Seit 1951 ist Timmendorfer Strand ein anerkanntes Ostseeheilbad. Für den Kurbetrieb erfolgt der Neubau einer Reihe von Bauwerken: 1952 die Trinkkurhalle, 1969 das Maritim Seehotel zusammen mit dem Kongresshaus, 1970 die Curschmann-Klinik als Rehabilitationsklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen, 1984 das Eissport- und Tennis-Centrum ETC, 1991 das neue Kurmittelhaus.
1865 errichtete der Curauer Pastor F. A. Gleiß das erste Sommerhaus (heute: Reethus) auf der westlichen Seite in „Klein Timmendorferstrand“ in unberührter Strandlandschaft. Hier fand er, was er bei einer Badekur im aktiven Seebad und Fischerdorf Niendorf vermisste: Ruhe. Timmendorfer Strand war geboren.
1868 folgte am östlichen Ende das Logierhaus Rix (heute: Aura Hotel). Eine Strecke von fast 10 Kilometern zwischen Niendorf und Scharbeutz ist damals noch unbebaut. In den wenigen Jahren bis zur Jahrhundertwende entstehen viele charakteristische Gebäude, die heute noch das Bild der Gemeinde prägen: Die Villa Grisebach und Villa Gropius (beide 1888), 1896 das Kindererholungsheim Olgaheim (heute: Sitz der Tourismus-GmbH). Gegenüber - ausgehend von der Villa Hollandia im damaligen wie heutigen Zentrum, entstand ab 1888 eine Villenstraße, beginnend mit den Nachbar-Villen Villa Dagmar und Villa Oda (in der 1912 Thomas Mann wohnte). Entlang eines einfachen Fahrweges fügte man die Villen in die damals noch weitgehend unberührte Dünenlandschaft bis an die Grenze zur Gemeinde Scharbeutz, wo die Timme in die Ostsee mündet.
Das „Alte Rathaus“ und die Villa Hollandia sind auch heute noch mit dem Timmendorfer Platz als Zentrum des Ortes ein beliebter Treffpunkt, der mit dem Hochzeitshügel neben dem ehemaligen Olgaheim eine schöne Ergänzung gefunden hat. Schicke Restaurants, von der Sterneküche bis zum leckeren Snack, sind überall zu finden. Die edlen Hotels haben den exquisiten Ruf des Ortes ebenso begründet wie die feinen Shops und – natürlich – der Traumstrand mit begrünter Düne und naturbelassener Promenade.
Timmendorfer Strand gehört mit 1,3 Millionen Übernachtungen jährlich zur Spitze der Region und gilt als eines der mondänsten Ostseebäder mit großem touristischem Angebot.
Und das rund ums Jahr – Wellness, Golf, exklusive Veranstaltungen, Konzerte, Lichterzauber im Winter und ein „Rundumangebot für alle Monate“ machen das Ostseebad so attraktiv.
Zahlen & Fakten: Im Jahre 1951 wurde hier die erste Minigolf-Anlage Deutschlands gebaut – nach schwedischem Vorbild, die Anlage steht noch heute.
Timmendorfer Strand errichtete den ersten barrierefreien Strand der Ostsee. Fünf schwimmende, kostenlose Rollstühle sorgen dafür, dass auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen baden gehen können.
Hier steht das erste aller Maritim-Hotels, das 1969 gebaut und mit 500 Betten und einem beheizten Außen- und Innenpool mit Meerwasser neue Hotelmaßstäbe in Deutschland setzte.
Zwei deutsche Meisterschaften werden in Timmendorfer Strand ausgetragen - seit 1993 die „Deutschen Beachvolleyball-Meisterschaften“, für die jährlich die größte Strandarena Deutschlands errichtet wird, mit Platz für 6000 Zuschauer und die „Deutschen Beach-Hockey-Meisterschaften“.