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Genau vor einem Jahr haben die größeren Ostseebäder der Lübecker Bucht gegen den Kompromiss der neuen Bäderregelung protestiert und auf die negativen Auswirkungen auf Umsatz, Beschäftigung und Einkommen differenziert hingewiesen. Trotz verschiedener Gespräche mit den Kirchen, Gewerkschaften und dem Wirtschaftsministerium gab es keine Bereitschaft, die Regelung noch einmal für die ausschließlich vom Tourismus lebenden Urlaubsorte durch Ausnahmeregelungen zu optimieren.

Im vergangenen Jahr konnten die Bäder die Befürchtungen zu den Auswirkungen der neuen „Bäderregelung“ lediglich prognostizieren und aus den Erfahrungen von Mecklenburg–Vorpommern hochrechnen. Nun haben die Orte die ersten tatsächlichen Folgen hinnehmen müssen. Um die konkreten Auswirkungen zahlenmäßig zu erfassen, hat die TSNT GmbH nun gemeinsam mit der Aktivgruppe Timmendorfer Strand die Einzelhandelsgeschäfte in Timmendorfer Strand nach Umsatz- und Beschäftigungszahlen befragt.
Im Ergebnis sind die Befürchtungen des letzten Jahres mehr als bestätigt worden. Insgesamt wurden 70 Geschäfte zur Beteiligung aufgefordert, 38 Geschäfte haben ihre Geschäftsentwicklung offengelegt und sich an der Erhebung beteiligt. Die Bandbreite der Umsatzrückgänge dieser Betriebe lag im Januar und Februar 2014 zwischen -3,6% und im schlechtesten Fall bei minus 54%. Durchschnittlich ergibt sich ein Rückgang von ca. 21%. 
Fast jeder Betrieb, der sich an der Befragung beteiligt hat, hat gleichzeitig sein Personal zwischen einer und vier Kräften abgebaut.

„Diese negative Entwicklung wird sich ab Herbst 2014 nun noch einmal verstärken, da der Einzelhandel nun um die tatsächlichen Auswirkungen weiß und lediglich mit Personalabbau auf die Einnahmerückgänge reagieren kann“, so Heinz Meyer von der Aktivgruppe Timmendorfer Strand. 

„Mit diesen Ergebnissen werden wir nun noch einmal den Versuch starten, mit den Kirchen, Gewerkschaften und dem Wirtschaftsministerium ins Gespräch zu kommen, um Nachbesserungen für die großen Tourismusorte zu diskutieren“, so der Timmendorfer Tourismuschef Joachim Nitz.